NACHWUCHS-FUSSBALL: Bei den F-Jugendlichen wird die Fairplay-Liga eingeführt

Herford (ben). Für die F-Jugendlichen im Fußballkreis Herford wird sich in der bevorstehenden Saison einiges ändern – sie werden mehr Ruhe am Platz haben und selbst mehr Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Es geht um die Fairplay-Liga, die in der Saison 2012/2013 bei den Herforder F-Junioren eingeführt wird. Dass dies erfolgreich funktionieren kann, zeigt ein Blick in den Kreis Meschede. Dort spielen bereits die G- bis E-Junioren eine Fairplay-Liga.

Für alle Beteiligten gibt es bei der Fairplay-Liga drei Regeln. Die erste ist, dass es keinen Schiedsrichter gibt – die Spieler entscheiden selbst. Wenn diese nicht weiterwissen, greifen die Trainer beider Mannschaften erklären ein. Die Fans halten sich in der Fan-Zone, die gut 10 bis 15 Meter vom Spielfeld entfernt ist, auf. Der Rasen bleibt Trainern und Spielern vorbehalten. Anfeuern ist selbstverständlich weiterhin erlaubt und erwünscht.

[box type=“info“]Die drei Regeln Bei der Fairplay-Liga gibt es drei wichtige Regeln:

1. Schiedsrichter-Regel: Es gibt keinen Schiedsrichter. Die Kinder entscheiden selbstständig, was ein Foul war und was nicht.

2. Die Trainer-Regel: Die Trainer halten sich gemeinsam in einer Coaching-Zone auf. Von dort aus coachen sie ihre Mannschaft und helfen den Spielern weiter, wenn diese in einer Situation mal nicht weiter wissen.

3. Die Fan-Regel: Die Fans halten sich hinter der Absperrung auf und nicht auf dem Rasen auf. Es gilt: Anfeuern JA – Anschreien NEIN.[/box]

Schnell wird klar, dass nicht die Kinder sich umstellen müssen, sondern der erste Schritt von den Erwachsenen gemacht werden muss. „Die Eltern müssen umdenken, weg vom Ergebnisfußball und hin zum Erlebnisfußball. Die Kinder sind noch nicht die Stars von morgen, sondern sie wollen Spaß am Fußball haben und diesen kindgerecht erlernen“, sagt Staffelleiter Benjamin Büschenfeld. Für die meisten Nachwuchskicker ist eine Niederlage schon in der Kabine nach dem Spiel vergessen. Die Erfahrungen aus dem Fußballkreis Meschede zeigen, dass die Spieler die meisten Situationen auf dem Spielfeld selber entscheiden und lösen können. So berichten Trainer aus dem Kreis Meschede laut Büschenfeld: „Die Kinder finden es gut, dass es jetzt ruhiger ist am Platz“.

Klar ist aber auch, dass auch die Spieler sich an die neue Situation erst einmal gewöhnen müssen. Schließlich ist niemand mehr auf dem Feld, der ihnen die Entscheidung abnimmt. Oftmals empfinden Kinder Szenen gar nicht als „Foul“ und erst die Rufe von außen lassen das Verlangen nach einem Freistoß wachsen.

Klar ist auch, dass es nicht ganz ohne Regeln geht. Diese sind aber bewusst einfach gehalten und auf die wichtigsten Dinge beschränkt. So gibt es lediglich „Aus“, „Tor-Aus“, „Foul“ und „Tor“. Dabei soll der Fairness-Gedanke der Kinder nachhaltig gefördert werden. Die Spieler entscheiden gemeinsam und fördern somit ihre Selbstständigkeit. Ziel der Fairplay-Liga ist es, dass die Kinder wieder mehr Spaß am Fußball haben und der Druck, gewinnen zu müssen, in den Hintergrund rückt.

Um bereits vor der Saison die Vereine und Trainer auf die Fairplay-Liga vorzubereiten, hat Staffelleiter Benjamin Büschenfeld am Dienstag, 28. August um 19:30 Uhr zu einem Staffeltag in der Brasserie am Stadtgarten in Bünde eingeladen. Hier werden Details wie beispielsweise der Platzaufbau, Rahmenbedingungen und die Erwartungen erklärt und besprochen.